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Neuheiten Juni 2026

Published in radical-mag.com

Schaumermal

Audi A6 allroad

Man muss es wohl Flucht nach vorne nennen, aber bei Audi hauen sie die Neuheiten jetzt im Stundentakt raus. Die Überlegung dahinter dürfte wohl in sauberer Trump/Goebbels-Propaganda-Manier heissen: Wenn die nächste Scheisse die grad vergangene noch toppt, dann sind die Leit‘ irgendwann so verwirrt, dass sie gar nicht mehr genau hinschauen wollen. Ich habe das mit dem Hinschauen damals auf irgendeiner IAA aufgegeben, als Audi die lustigen Zahlen ins Spiel brachte, 12 TFSI oder so, und wie ist jetzt das mit den geraden und ungeraden Zahlen bei den Modellbezeichnungen? Mit dem neuen A6 allroad – der müsste doch eigentlich elektrisch sein? – lenkt Audi nun ab vom fetten Schwein Q7, das erst kürzlich vorgestellt wurde, das aber wiederum etwas Ruhe in die Diskussion um den Nuvolari gebracht hatte. Der allroad, tatsächlich gebraucht von zwei Jägern in Bayern und vier Förstern in Kärnten, gern aber vor der bescheidenen Herberge am Starnberger See oder vor der total geheimlichen Tschelateria in Schwabing in zweiter Reihe parkiert, folgt diesem allgemeinen Trend zur Adipositas, an der Hüfte ging er in der Neuauflage tatsächlich um 11 Zentimeter auseinander – Kim Kardashian wäre allenfalls eine gute Werbeträgerin. Überhaupt sieht das Ding jetzt aus wie ein Kriegswirtschaft-RS6, der Russ‘ soll doch kommen, kann er mal schnüffeln an den Auspuffendrohren eines V6-Diesel oder eines 2-Liter-PHEV mit 367 PS. Gibt es sicher auch im Vierfarben-Pyjama. Ein weiteres ganz typisches Beispiel von «wir melken die Kuh jetzt noch bis 2025», danach ist eh Sintflut.
Audi läuft es grad so richtig schlecht. Zu Recht.

Bovensiepen 05 GT

So ein bisschen erstaunt sind wir ja nun schon: Bovensiepen macht genau da weiter, wo Alpina zu Beginn des Jahres aufgehört hatte. Also: Man veredelt BMW. Und das noch edler denn ja: Der 05 GT ist ein M5 touring ohne das Proll-Gehabe, also viel schlanker, dezenter. Und er kommt trotzdem mit 800 PS Systemleistung und 1100 Nm aus dem bekannten BMW-V8-Hybrid, wie überhaupt der 5er-BMW (G99) die Basis ist. Dass Bovensiepen das machen will, ist ja verständlich – aber warum spielt BMW da mit? Der 05 GT kommt noch in diesem Jahr und kostet dann knapp 200’000 Euro.

Peugeot E-208 GTi

Ewig hat es gedauert, bis Peugeot nun endlich den rein elektrischen 208 GTi von der Leine lässt. 281 PS, 345 Nm maximales Drehmoment, in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, nach maximal 374 Kilometern wieder an der Lädesäule; der 54-kWh-Akku kann mit maximal 100 kW geladen werden. Man darf sicher davon ausgehen, dass der kleine Löwe jede Menge Fahrspass bringt, daran haben die Peugeot-Ingenieure ja nun lange genug daraufhin gearbeitet. Ab 44’900 Euro, mit ganz vielen Retro-Zitaten. Aber, siehe: hier.

Genesis Magma GT Concept

Wenn das so weitergeht, dann hat Genesis bald mehr Concept-Cars in Europa als tatsächlich verkaufte Autos. In Le Mans, wo die Koreaner ein nicht wirklich viel versprechendes Hypercar-Debüt versuchten, zeigte die Hyundai-Tochter zwei mächtige Cabriolets (zum wievielten Mal?), ein GT3-Konzept (unten) und das Magma GT Concept (oben). Das war es dann auch schon an Informationen.

BMW M Concept Neue Klasse

Auch BMW suchte die Bühne beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, auch BMW blies bei seinem neuen M Concept Neue Klasse mehr warme Luft als tatsächliche Information aus. Doch immerhin weiss man: 800-V-Architektur, über 100 kW grosser Akku. Und ansonsten halt die neue Designsprache. Und alles andere ist reine Spekulation.

Audi Q7

Die grösste Überraschung ist wohl: nur Diesel (vorerst). Alles andere war klar: Noch grösser (jetzt 5,06 Meter), noch breiter (jetzt 2.01 Meter), ein noch grösserer Frontgrill, noch mehr Lichtshow (sehe ich da vorne Mitsubishi, hinten Hyundai?), noch mehr Bildschirm. Was alles zu erwarten gewesen war nach elf Jahren. Mehr fällt uns jetzt auch nicht ein, ausser vielleicht noch: die extrem hohe Schulterlinie passt gut in die Zeit, Panzer und so.

Audi Nuvolari

Natürlich zaubert Audi nicht einfach so einen Supersportwagen aus dem Hut, das können sie nicht in Ingolstadt. Aber sie haben ja noch Lamborghini, dann nimmt man halt einfach einen Temerario, also ein PHEV, tunt die Chips auf 1001 PS Systemleistung, stülpt ihm ein neues Kleid über. Damit will man dann auch gleich noch die neue Designsprache zeigen – und da kann man dann schon ein bisschen Angst kriegen, diese extreme Aggressivität, hoppla, man würde sich das vielleicht mehr so von Lamborghini wünschen? 499 Stück für je rund 600’000 Euro soll es geben, Auslieferung schon 2027. Ach ja, Tazio Nuvolari (1892-1953): Der fuhr genau sieben Rennen für Auto Union, gewann mit dem Typ D 1938 den Grossen Preis von Italien. Man bringt ihn aber wohl deutlich mehr mit Alfa Romeo in Verbindung als mit Audi.

AC Cobra GT Coupé

Wir waren da ja von Anfang an dabei, 2022, als AC Cars seine neue Cobra vorstellte. Und haben das seither ein bisschen mitverfolgt, sagen wir mal: aus einer gewissen Distanz. Es kommen uns auch Gerüchte zu Ohren, die, wie sollen wir das nun ausdrücken, gewisse Zweifel aufkommen lassen. Nun ergreifen die Engländer, die ja Schweizer sind, die Flucht nach vorne – und präsentieren die Coupé-Version. Ja, gab es früher schon, A98 genannt, ein Einzelstück. Das neue Ding ist selbstverständlich deutlich feister, fast 1600 Kilo, kann aber auch mit bis 710 PS aus einem 5-Liter-Ford-Coyote-Motor bestellt werden. Die Basis mit 434 PS soll ab 315’000 Dollar kosten. Schaumermal…

Fiat Grizzly – und ein paar Worte dazu.

Mehr Neuheiten haben wir im Archiv.

Der Beitrag Neuheiten Juni 2026 erschien zuerst auf radicalmag.