
Mit vier gespielt sechs: So spitzt Porsche seine 718er an
by Jürgen Pander
Published in motosound.de
Er ist so etwas, wie der Elfer für Arme. Denn während Cayman und Boxster noch vor ein paar Jahren den Charme der Jungen und Wilden in der Porsche-Familie hatten und deshalb als lebendige Alternative zum 911 galten, sind sie spätestens mit der neuen Generation und der Zusammenführung in der Baureihe 718 im Establishment angekommen und haben dabei ihre Unschuld verloren. Und die Beschränkung auf vier Zylinder hat die Sache sicher nicht besser gemacht. Das will Porsche jetzt zumindest ein wenig zurechtrücken und legt deshalb Boxster und Cayman als vermeintlich scharfe GTS-Varianten auf.

Immerhin muss man sich nicht mit dem mickrigen 2,0-Liter aus dem Grundmodell mit seinen 300 PS und 380 Nm begnügen. Sondern der Motor hat wie in den S-Modellen 2,5 Liter Hubraum, legt in der Leistung aber um 15 und 10 Nm zu, steht jetzt mit 365 statt 350 PS und 430 statt 420 Nm in der Liste und schiebt den Cayman GTS bei der ersten Ausfahrt kraftvoll an. Man kann es kaum erwarten, bis man endlich am Ortschild vorbei ist, das Gaspedal ans Bodenblech stempeln und dem lahmen Restverkehr davonfahren kann, so gierig und giftig knurrt das kleine Krokodil, wenn man ihm die Sporen gibt. Und sobald das Radio einen guten Soundtrack zu diesem schnellen Road-Movie liefert und man die Lautstärke noch hoch genug dreht, tut auch der Vierzylinder nicht mehr ganz so weh.
