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VLF Force1: Captain America: Mit dieser Flunder will Fisker Ferrari & Co ärgern

Published in motosound.de

Henrik Fisker Force 1

Möge die Macht mit ihm sein: Stardesigner Henrik Fisker meldet sich in Detroit mit dem Supersportwagen Force1 auf der Überholspur zurück. Nachdem Fisker mit dem Hybrid-Gleiter Karma noch vor Tesla das Öko-Flair in die Luxusklasse getragen hat, lässt er jetzt lieber wieder die Muskeln spielen. Denn 745 PS machen den V10-Motor des aus Karbon gebackenen Zweisitzers zum stärksten Saugmotor, den man weltweit in einem Serienauto kaufen kann.

Anders als den Karma hat Fisker den dramatisch gezeichneten Force1 allerdings nicht komplett alleine entwickelt. Sondern der binnen fünf Wochen von Hand aufgebaute Sportwagen basiert auf der Dodge Viper, die der Däne zusammen mit GM-Veteran Bob Lutz, Produktionspartner Gilbert Villarreal und dem US-Rennfahrer Ben Keating neu eingekleidet und neu abgestimmt hat. Dabei legt auch der 8,4 Liter große V10-Motor noch einmal um 100 PS zu und sein Drehmoment klettert auf 865 Nm. Bei rund 1,5 Tonnen Leergewicht und einem kurz gestuften Sechsganggetriebe reicht das dem Heckantriebs-Monster für einen Sprint von 0 auf 100 in drei Sekunden. Die Viertelmeile auf den US-Dragstrips wird der Force 1 in knapp elf Sekunden abspulen und dann bereits 220 km/h auf dem Tacho haben. Und wer damit auf die deutsche Autobahn geht, kann den Temporausch bis 350 km/h auskosten.

Von der Viper unterscheiden den Force1 allerdings nicht nur das spektakuläre Design mit dem markanten Naca-Flügel auf dem Dach und der stärkere Motor. Sondern auch innen geht Fiskers neue Firma VLF einen neuen Weg: Wo das Serienmodell eine vergleichsweise nüchterner und entsprechend lieblose Kabine bietet, dominieren im Force 1 Lack und Leder und die Cupholder sind groß genug für zwei Flaschen Champagner. Spiort und Stil, so die Botschaft dieses Boliden, müssen kein Widerspruch sein.

Für Fisker und seine US-Partner ist der Force1 auch eine Frage der nationalen Ehre. Denn während die US-Industrie zahlreiche Musclecars hervorgebracht hat, die europäische Konkurrenten mit viel Leistung für wenig Geld vorführen, sieht es in der Oberliga mehr als dürftig aus. „Wer einen Sportwagen für mehr als 200 000 Dollar sucht, landete bislang immer in Italien, Deutschland oder England. Als erster Supersportler aus Amerika macht der Force1 diesem Dilemma ein Ende“, sagt Fisker. Nicht umsonst verlangt er für den Force1 knapp 270 000 Dollar.

Im ersten Rutsch will Fisker bereits ab April 50 Exemplare des Force1 auf die Räder stellen und einige davon auch nach Europa liefern. Selbst wenn das Interesse größer sein sollte, dürften es allerdings nicht sehr viel mehr Autos werden. Denn weil Dodge die Produktion der Viper in absehbarer Zeit sind auch die Tage des Force1 bereits gezählt. Kreativkopf Fisker ficht das nicht an. Sondern ihn treibt bereits die nächste Idee um – zum Beispiel ein High-Performance-Geländewagen der Luxusklasse. Denn warum sollten sich ausgerechnet die Erfinder des SUV von Firmen wie Bentley oder Lamborghini die Show stehlen lassen?