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Weltpremiere: das neue große Cabriolet von Mercedes – die S-Klasse öffnet sich (A217)

Published in fünfkommasechs.de

Bereits in zwei Wochen ist es soweit, das neue S-Klasse Cabriolet feiert seine offizielle Weltpremiere auf der 66. IAA in Frankfurt/Main.Es ist das erste große Cabriolet der Luxusklasse von Mercedes nach einer 44 jährigen Pause – wir berichteten darüber bereits vor kurzem.Heute können wir euch endlich viele Fotos von diesem Traumwagen präsentieren – man sieht sofort wie elegant dieser Wagen geworden ist
Ein Glück verfügt er über ein klassisches Stoffverdeck. Und ganz ehrlich – ich muss hier an dieser Stelle bereits ein paar Vorschusslorbeeren verteilen – mir gefällt der Wagen jetzt schon viel besser auf den Fotos als das Coupé. Gerade wenn die Stoffkapuze geschlossen ist, sieht man welch schöne Form dieser Wagen aufweist.Die Technik im Verborgenen spricht auch für sich – so kann man das dreilagige All-Wetter-Verdeck bis ca. 60 Km/h öffnen und schließen, dafür werden etwa 20 Sekunden benötigt. Eine Besonderheit bei dem völlig neu und in Eigenregie von Mercedes entwickelten Verdeck ist das Fehlen von Verschlüssen auf dem Verdeckkastendeckel. Da es sich um ein so genanntes Sturmstangenverdeck handelt und sich diese beim Schließen über ihren Totpunkt hinweg bewegen (so genannte Verknieung), werden die notwendigen Verschlusskräfte aufgebracht die das Verdeck auch so dicht und an seinem Platz halten. Der äußere Verdeckstoff ist in den Farben schwarz, dunkelblau, beige und dunkelrot erhältlich. Der äußere Stoffbezug besitzt an der Innenseite als Wassersperre eine Schicht aus Butyl statt des häufig verwendeten Neopren – dies senkt u.a. auch das Geräuschniveau.

Ferner wurde ein wunder Punkt des Coupés beim Cabriolet ausgemerzt, man kann den Heckdeckel wieder von außen öffnen und zwar ohne Fahrzeugschlüssel oder KEYLESS-GO Komfort-Zugang. Der Mercedes-Stern in der Mitte des Heckdeckels beherbergt nicht nur die optionale Rückfahrkamera, sondern fungiert hier auch endlich als Öffner. Toll wenn Kritikpunkte so schnell abgearbeitet werden – denn dieser Punkt war vielen Kollegen und auch uns unschön aufgestoßen bei der Pressefahrt mit dem neuen Coupé vor einem Jahr.Der Cw-Wert betragt nur 0,29 und ist damit sehr niedrig für ein Fahrzeug mit geschlossenem Stoffverdeck, denn ein solches wirkt sich immer negativer auf den Luftwiderstand aus als ein normales geschlossenes Blechdach.Groß geschrieben wird beim neuen Cabriolet der Komfort für die Insassen – hierzu zählt neben dem bereits angesprochenen Geräuschkomfort auch ein Klimakomfort. Man kann mit diesem Wagen sowohl im Frühling, als auch Herbst mit geöffnetem Verdeck fahren. AIRCAP mi seinen Luftwirbelvermeidungsmaßnahmen, sowie AIRSCARF als Kopfraumheizung helfen hier sehr nachhaltig weiter – doch nun kommt auch erstmals eine besonders intelligente Klimareglung zum Einsatz. Sie debütiert im S-Klasse Cabrio und sorgt künftig in allen offenen Fahrzeugen mit dem Stern für bestmöglichen Klimakomfort.Die Klimatisierungsexperten haben hierfür eine völlig neue Software-Auslegung entworfen – anders als herkömmliche Systeme arbeitet diese neue Klimaregelung vollautomatisch, der Fahrer muss weder einen Modus für geschlossenes oder offenes Verdeck wählen, noch eine Temperatureinstellung für diese unterschiedlichen Fahrzustände abspeichern.
Gerade beim klimatechnisch anspruchsvollen Übergang zwischen geschlossenem oder geöffnetem Verdeck bewirkt zudem eine so genannte Überblendfunktion durch einen unmerklichen Übergang höchsten Klimakomfort für die Insassen.
Das Cabrio profitiert hier von der technischen Abstammung der S-Klasse und kann auch jede Luftdüse einzeln ansteuern. Ganze 18 Stellmotoren und 12 Sensoren sorgen für bestmögliches Klima im Innenraum!Besonders schön finde ich persönlich den Umstand, dass Mercedes seinen individuellen Luxusvorsprung weiter ausbaut und auch für diese Karosserievariante (wie zuvor schon für den Maybach) eine exklusive Duftvariante für die SA Beduftungssystem kreiert hat: PACIFIC MOOD, das  verspricht eine interessante Erfahrung für die feine Nase der Insassen. Hierzu gibt es demnächst einen gesonderten Bericht.

Eine offene Variante eines Coupés bringt für gewöhnlich das Problem mit sich, dass sich der Rohbau durch die massiven Verstärkungen und Verstrebungen die durch das abgeschnittene Dach notwendig geworden sind, massiv im Gewicht nach oben orientiert.
Damit dies bei der Verwandlung des C217 in den A217 nicht auch passiert, haben die Ingenieure erstmals einen Heckwagen, sprich das komplette Heckteil der Karosserie, vollständig aus dem Leichtmetall Aluminium entwickelt. Dies klingt leichter als es in der Realität ist, denn hierdurch ändert sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs, das Crash- und Geräuschverhalten der Karosserie sowie der Produktionsprozess. Durch den mit dieser Maßnahme auf 50% gestiegenen Anteil an Aluminium konnte das Cabrio das Gewicht des Coupés halten!
Beim Thema passiver Sicherheit müssen natürlich die automatisch ausfahrende Überrollbügel im Heck des Fahrzeugs Erwähnung finden. Die Abdeckung ist unsichtbar perforiert und im Falle eines Überschlags werden die beiden Überrollbügel hinter den Fondsitz-Kopfstützen pyrotechnisch in Stellung gebracht. Erstmals kommen hier Gasgeneratoren und keine Federsysteme zum Einsatz.
Der drohende Überschlag wird zuverlässig vom Airbag-Steuergerät erkannt und mittels modernem Drehratensensor, die im Vergleich zu den früher wendeten Kippkegelsensoren eine Fehlauslösung nahezu ausschließen.Am Ende der Forschung- und Entwicklungsarbeiten haben die Ingenieure die gesteckten Ziele erreicht – so erzielt das neue Cabrio A217 sogar die Verwindungssteifigkeit des Vorgänger-Coupés C216. Ganz beachtlich!

Wie clever man in manchen Bereichen vorgegangen ist, zeigt das Beispiel der Schwingungstilger. Dieser konnte im Heck weggelassen werden, da man hierfür einfach die 7 Kilogramm schwere Hydraulikpumpe des automatischen Verdecks benutzt.

Neben dem Typ S 500 (graues Cabriolet), wird es auch eine verschärfte Performance-Variante aus Affalterbach geben. Der Typ S 63 4matic (weißes Fahrzeug) rundet das Portfolio zunächst in die andere Richtung ab.
Auf längere Sicht dürfte man noch einen S 500 4matic, einen S600 und sicher auch einen AMG S 65 erwarten.

Zum Schluss noch ein Zitat von Prof. Dr. Thomas Weber, dem Daimler-Vorstand für Konzernforschung und PKW-Entwicklung: „Zwei Jahre nach dem Start ist die S-Klasse Familie jetzt komplett. Noch nie haben wir sechs Modelle in der Luxusklasse angeboten und noch nie waren wir so erfolgreich“.Die Presse-Fahrveranstaltung erwarten wir allerdings erst im Februar kommendes Jahres. Das heißt zuvor wird es wohl nur ein kurzes Video von der IAA von dieser neuen Luxus-Yacht geben. Übt euch in Geduld – wir müssen es auch!