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Neuheiten Mai 2026

Published in radical-mag.com

Ja, dann

Ferrari Luce

Der Shareholder, insbesondere in Form der Heuschrecke, ist ein furchtbar unbarmherziges Wesen. Selbstverständlich schaut er auf Umsatz und Gewinn, Marge, doch noch viel mehr interessiert ihn: Zukunft. Porsche hat das hart getroffen, da scheinen die Shareholder nicht so recht daran glauben zu wollen, dass die Marke die Transformation schaffen kann, ein Porsche ohne Verbrenner ist einfach zu weit vom Markenkern entfernt, elektrische Sportwagen (und Nutzfahrzeuge) sind nicht die Zukunft. Nun nimmt Ferrari auch einen Anlauf, muss es machen, denn das Verbrenner-Aus ist ja nicht ein mögliches Szenario, sondern eine Tatsache, der man auch in Maranello ins Auge schauen muss. Auch deshalb, weil die Aktie seit Herbst vergangenen Jahres doch eher auf Talfahrt ist – irgendwie auch verständlich, der Börsenwert der Marke von rund 50 Milliarden Euro ist im Verhältnis zum Umsatz von etwas über 7 Milliarden und Gewinn von 700 Millionen eh ziemlich ungesund. Der Luce, der erste reine Stromer aus Maranello, wird kurzfristig wenig Einfluss auf den Aktienkurs haben, der ist von den professionellen Anlegern längst eingepreist. Aber die Reaktionen des Marktes dürften dann schon einen mittelfristigen Einfluss haben – und da wird es nun spannend.

Technisch bewegt sich der Ferrari Luce eher so im Mittelfeld. 800-Volt-Architektur, 122-kWh-Batterie, maximale Ladegeschwindigkeit 350 kW, WLTP-Reichweite 530 Kilometer, das ist nett, aber weit entfernt von aussergewöhnlich. 1050 PS maximale Systemleistung, 990 Nm maximales Drehmoment, selbstverständlich Allradantrieb, in 2,5 Sekunden von 0 auf 100, 310 km/h Höchstgeschwindigkeit – das kann der OMG, den wir weiter unten vorstellen, zum Teil deutlich besser. 24 Zöller hinten, 23 Zöller vorne, 2260 Kilo Leergewicht.

Innen, wir hatten es schon geschrieben, sieht das spannend aus. Sehr reduziert, entworfen von Apple-Design-Ikone Sir Jony Ive sowie Marc Newson, das kann man so machen. Aussen, ach, wie konnte so etwas nur passieren? Es ist so – nichts? Charmebefreit, sogar: billig (dies bei einem Preis, der jenseits der halben Million Euro liegen wird)? Was meinen Sie? Ach ja, vorne breitere Spur als hinten, wohl zum ersten Mal bei einem Ferrari.

Mercedes-OMG GT 4 Türer Coupé

Wenn einem sonst nichts mehr einfällt, dann kann man ja die Kraft-Bombe zünden: Der jüngste OMG-Dampfer, 5,09 Meter lang, 2,46 Tonnen schwer, tritt mit satten 1159 PS Systemleistung an. Damit soll der Stromer in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 getrieben werden können, nach oben ist dann bei 300 km/h Schluss. Drei Axial-Fluss-E-Motoren, 800-V-Architektur, 106-kWh-Batterie, 600 kW maximale Ladeleistung. Optisch gehört das Teil noch ins Grusel-Kabinett des unterdessen weggetretenen Gordon Wagener.

Vision BMW Alpina

«Seit jeher steht Alpina für eine ganz besondere Philosophie von Performance und Veredelung – ein Konzept, bei dem Dynamik und Komfort keine Gegensätze, sondern komplementäre Ansprüche sind. Als neue Eigentümer dieser besonderen Marke ist es unsere Aufgabe, den unverwechselbaren Charakter zu bewahren und ihn zugleich zeitgemäss weiterzuentwickeln“, erklärt Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design. Wie das umgesetzt auf die Strasse aussehen soll, zeigt eine Vision, die in Villa d’Este gezeigt wurde: 5,2 Meter lang, auf den Bildern schon etwa 2,8 Tonnen schwer. Immerhin: ein V8-Motor. Und es macht den Eindruck, als ob BMW Alpina tatsächlich als eigenständiges Produkt von der Leine lässt, zumindest optisch (technisch, so nehmen wir an, steckt das ein 7er drunter).

Brabus Bodo

Es ist wohl kaum ein Zufall, dass Brabus gleichzeitig wie BMW Alpina auch ein neues Hypercar vom Stapel lässt, den Bodo. Nein, das ist kein Witz der Botropper, sondern eine Hommage an den Firmengründer Bodo Buschmann. Und es steckt auch kein Benz unter der Carbon-Haut, sondern ein Aston Martin Vanquish. Für Vortrieb sorgt ein 5,2-Liter mit 1000 PS und 1200 Nm maximalem Drehmoment, der «nur» 1,9 Tonnen schwere Bodo soll damit auf 360 km/h kommen. 77 Exemplare, eine Million.

Kimera K39

Nach dem 037 verarbeitet Kimera nun den Beta Montecarlo Turbo (Dallara ist mit an Bord), auch wenn die Italiener behaupten, der neue K39 sei eine ganz eigenständige Entwicklung. Ist er technisch selbstverständlich, der Motor stammt von Koenigsegg, V8, 1000 PS, 1200 Nm maximales Drehmoment. Ist selbstverständlich limitiert und kostet sehr viel.

Capricorn 01 Tutto Rosso

Ist der Capricorn 01, aber offensichtlich sehr rot.

Caterham Seven Nürburgring Edition

Damit wir hier auch noch ein vernünftiges Auto haben: Caterham legt zum 100 Geburtstag des Nürburgrings eine Sonderedition von 100 Exemplaren auf. 2-Liter-Ford-Motor, 168 PS, aber halt auch nur 560 Kilo. Und ein Preis von 51’695 Euro.

VW ID. Polo GTI

Vom ID. Polo hatten wir es ja schon letzten Monat, jetzt gibt es auch noch die GTI-Variante. 226 PS, paar sportliche Zutaten, unter 40’000 Euro.

Lamborghini Fenomeno Roadster

Es wurde ja auch Zeit: Nach dem Fenomeno Coupé (2025, 29 Stück, 3 Millionen Euro) kommt nun auch noch der Fenomeno Roadster. Nur 15 Stück, dafür keine Preisangabe. Da dürften ein paar Investoren sauer werden, zum geschlossenen Fenomeno gehört doch unbedingt auch ein offener, im Paket dürfte da noch eine Wertsteigerung drinliegen. Ansonsten: 835 PS aus dem bekannten 6,5-Liter-V12, noch etwas Strom (und eine 7-kWh-Batterie), das ergibt dann 1080 PS Systemleistung. Damit ist der hier in Blu Cepheus mit Akzenten in Rosso Mars lackierte Roadster der bisher stärkste offene Lamborghini aller Zeiten. In 2,4 Sekunden will er auf 100 rennen, oben ist erst bei 340 km/h fertig. Da dürfte sich das Haar wohl schon vorher verabschiedet haben. Designer Mitja Borkert bezeichnet den Fenomeno als elegant, aber mit dieser Ansicht steht er wohl so ein bisschen allein.

Mehr Neuheiten haben wir in unserem Archiv.

Der Beitrag Neuheiten Mai 2026 erschien zuerst auf radicalmag.