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Melkus: Die Legende vom DDR-Sportwagen

Published in Blog
Wenn die Begriffe Automobil und DDR in einem Satz fallen, denkt man sofort an das charakteristische Scheppern von 2-Takt-Motoren. Trabant und Wartburg zeichnen sich vor dem geistigen Auge ab, aber auch Fahrzeuge aus den sozialistischen Bruderstaaten, wie Lada, Moskwitsch oder Škoda. Ganz nebenbei verirrte sich in den 80ern auch der eine oder andere Mazda oder Golf in den Besitz von staatstreuen Automobilliebhabern. Von einem echten Sportwagen fehlt aber fast jede Spur in den Erinnerungen. Dabei gab es auch in der DDR eine kleine Sportwagen-Schmiede, die in Italien oder Großbritannien vermutlich sogar große Karriere gemacht hätte. Der Name: Melkus.

Nachdem Heinz Melkus Anfang der 50er Jahre Benzin geleckt und seine Leidenschaft für den Motorsport entdeckt hatte, gründete er 1959 die Heinz Melkus KG. Die Idee eines eigenen Sportwagens ließ ihn nicht mehr los und schließlich wurde 1969 der erste Prototyp der Melkus RS 1000 vorgestellt. Als Basis diente der Wartburg.

Rahmen, Fahrwerk und Motor stammten aus der Serienproduktion des Wartburg 353. Wobei der Serienmotor natürlich nur als Basis diente. So wurden die ursprünglichen 50 PS durch klassisches Motortuning und MZ Vergaser auf stolze 70 PS in der Straßenversion erhöht. Die Rennversion brachte es bis zu 100 PS und auf die atemberaubende Geschwindigkeit von 210 km/h. Der Dreizylinder Zweitakter wurde mittig verbaut.

Front und Heck wurden aus glasfaserverstärktem Polyester gefertigt, Türen und Dach waren aus Leichtmetall. Das Resultat waren 750 Kilogramm Kampfgewicht für die Straßenversion, die Sportversion durfte nochmals auf 70 kg verzichten. Mit großen Flügeltüren kam der Melkus RS 1000 zur damaligen Zeit schon sehr avantgardistisch daher. Von den ursprünglich 101 gebauten Fahrzeugen existieren noch 80 Stück.

Melkus RS 1600 RS 1000Melkus RS 1600 RS 1000
Grund genug für die noch immer existierende Marke, um die Nische Sportwagen weiterhin mit Leben zu füllen. Seit Anfang April kann man bei der Melkus Sportwagen KG den Melkus RS 1600 bestellen. Und dieser Wagen ist keine Retorte, sondern eine echte Weiterentwicklung des Ursprungsmodells. Befeuert wird der Zweisitzer durch einen Großserien Vierzylinder mit – man ahnt es – 1600 Kubik und 102 PS. Optisch wurde die Form des Wagens beinahe unberührt gelassen, lediglich Kleinigkeiten, die die Aerodynamik verbessern wurden umgesetzt. Selbst das Interieur behielt den Charme der 60er Jahre. Lack- und Lederfarbe sind frei wählbar. Ultraleichte Magnesiumfelgen und polierte Aluminiumspiegel sind selbstverständlich Serie.

Melkus RS 1600 RS 1000Melkus RS 1600 RS 1000
Im Frühjahr 2009 erwartet uns dann der nächste Schritt in der Evolution. Der Melkus RS 2000 soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ganz sicher ebenfalls wieder ein absolut eigenständiger Sportwagen. Wir bleiben jedenfalls schonmal gespannt!

-> Link: Melkus Sportwagen KG
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